Alle zwei Jahre laden die Münchner Traditionsbrauereien zum Münchner Brauertag ein. Am Samstag, 20.6.2026, wurden die Jungbrauerinnen und Jungbrauer auf dem Marienplatz öffentlich freigesprochen. 3.000 Liter Freibier gab es auch. 

Alle zwei Jahre veranstaltet der Verein Münchener Brauereien e.V. den Münchner Brauertag. Die im Mittelalter begründete Zunft- und Stadttradition wird damit lebendig weitergeführt. Das Fest wird zu Ehren der fertig ausgebildeten Jungbrauer und -brauerinnen veranstaltet. 

„Gemeinsam mit allen Münchnerinnen und Münchnern lassen wir unsere einzigartige Bierkultur hochleben“ freut sich Andreas Maisberger, Geschäftsführer des Vereins Münchener Brauereien. Bereits am Morgen vom 20 Juni 2026 stellten sich die jungen Nachwuchsbrauerinnen und -brauer auf dem Marienplatz mit Zunftstangen, Zunftlade und Zunftfahne auf. Diesmal waren es 11 Frauen und 21 Männer nach erfolgreich bestandener Lehrzeit aus den Abschluss-Jahrgängen 2025 und 2026.

Brauerei-Chefs erneuern Eid auf Münchner Reinheitsgebot

Nach dem Festgottesdienst in der Peterskirche zog der Festzug dann zum Marienplatz. Angeführt vom Münchner Kindl Sina Hochreiter und den prachtvoll geschmückten Prachtgespannen der Traditionsbrauereien, wurde der Zug von zahlreichen Musik- und Brauchtumsgruppen begleitet. Mit dabei waren die Spitzen und Braumeister der Münchner Traditionsbetriebe: Dr. Martin Leibhard und Andreas Brunner (Augustiner), Georg Baudrexl und Max Mirlach (Hacker-Pschorr), Dr. Jörg Lehmann und Rolf Dummert (Hofbräu München), Dieter Krause und Maximilian Hübner (Löwenbräu), Reinhard Kastl und Christian Dahncke (Paulaner) sowie Bernd Kräußel und Thomas Kreutz (Spaten).

Gegen 11:15 Uhr startete der feierliche Festakt auf dem voll besetzten Marienplatz. Neben dem legendären Schäfflertanz bildete die Freischlagungszeremonie den absoluten Höhepunkt. Wie bei einem Ritterschlag ließ Wirtschaftsreferent Dr. Christian Scharpf die hölzerne Ferula – das traditionelle Zunftzeichen der Brauer – auf die Schultern der 32 Absolventinnen und Absolventen niedersinken. Die meisten davon wurden in den sechs Münchner Großbrauereien ausgebildet. Es wurden auch zwei Nachwuchsbrauer vom Giesinger Bräu und einer vom Werksviertel Bräu freigeschlagen. 

Direkt im Anschluss erneuerten die Geschäftsführer und die Braumeister der  Großbrauereien den historischen Eid auf das Münchner Reinheitsgebot von 1487. Ungeduldig warteten die Einheimischen und Touristen auf dem brütend heißen Marienplatz auf das Anzapfen der Holzfässer mit den 3.000 Litern Freibier. Nachdem der Durst endlich mit der ersten frischen Maß bekämpft werden konnte, beklatschten die Gäste die Darbietungen der Musikkapellen, Trachtengruppen und Goaßlschnoizer auf der Bühne vor dem Rathaus. 

Münchner Meister der Jungbrauer ist Benedict Hilaire

Der beste Absolvent der Berufsschule für Brauwesen in München war im Jahrgang 2025 der Münchner Meister Benedict Hilaire vom Spatenbräu. Den zweiten Platz belegte Rebecca Streicher vom Augustiner Bräu, den dritten Platz Rebecca Stüttem von Paulaner. Nur die 10 besten Absolventen eines Jahrganges dürfen bei den Münchner und Südbayerischen Meisterschaften in der Berufsschule mitmachen.

Da sich im Abschluss-Jahrgang 2026 leider keine Münchner Auszubildenden in der Spitzengruppe qualifizieren konnten, fielen in diesem Jahr die Münchner Meisterschaften erstmals seit dem Beginn der Durchführung dieses Wettbewerbes aus. 

Fotostrecke Münchner Brauertag 2026